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Philosophie (2/2)
Wenn zwangsläufig die auditiven Möglichkeiten an der Teilhabe in der Gemeinschaft erheblich eingeschränkt sind, sollten daher sämtliche Anstrengungen darauf ausgerichtet sein,
die vorbleibenden Ressourcen Hörgeschädigter soweit zu optimieren, dass sie trotz Hörbehinderung wieder aktiv und selbstbewusst am Kommunikations-geschehen teilnehmen können. Während die medizinische und technische Versorgung von Hörschäden weitgehend ausgereizt sind, ergeben sich nach meinen langjährigen Erfahrungen als Betroffener Defizite im persönlichen Bereich, vornehmlich bei der Akzeptanz und der Eigenversorgung des jeweiligen Hörschadens. In der Anpassung an die neue Lebenssituation fühlen sich Betroffene nämlich oft hilflos, überfordert und allein gelassen.
Wohl gibt es gute stationäre und teilstationäre Rehabilitationen für Hörgeschädigte, jedoch noch zu wenig professionelle ambulante Angebote, um anschließend die meist langwierige und schwierige Adaption des Schwerhörens bzw. des neuen Hörens mit einer Hörhilfe langfristig zu begleiten und zu sichern. Denn in Konfrontation mit einem unverständigen und ebenfalls überforderten alltäglichen Umfeld brechen Betroffene erfahrungsgemäß nach einer zeitlich begrenzten Reha-Maßnahme häufig seelisch ein und sind so zwangsläufig selten zu angemessener Reaktion fähig. Hier bedarf es einer flankierenden fachlichen Unterstützung, die nach Möglichkeit das persönliche Umfeld mit einschließen sollte.

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