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Philosophie (1/2)
Wer schlecht hören kann ist in aller Regel in seinen Möglichkeiten, mit seinen Mitmenschen kommunizieren zu können, wesentlich eingeschränkt. Denn allen Unkenrufen zum Trotz kann selbst die beste Hörhilfe schwerlich natürliches Hören ausgleichen, geschweige denn ersetzen. Deshalb ist eine ungetrübte zwischenmenschliche Begegnung selten möglich. Hörgeschädigte sind nie sicher, alles noch Gehörte richtig verstanden zu haben; Hörende wissen oft nicht, wie sie sich Betroffenen gegenüber verhalten sollen. Wie sollten sie auch; schließlich ist jede Hörschädigung anders. Derart unflüssige Kontakte erfordern somit viel Verständnis, Geduld und Toleranz, die im Alltag häufig schwer aufzubringen sind, aus welchen Gründen letztlich immer. Am Ende stehen Frust, Aggressionen, Ängste und Rückzugstendenzen auf beiden Seiten, die auf Dauer ein gedeihliches Zusammenleben unter den Beteiligten erheblich erschweren. Dies wiegt im Familien und Freundeskreis um so mehr, weil Hörgeschädigte sich einerseits weder ihrem Umfeld entziehen können noch wollen und andererseits ein Verzicht auf diese elementaren zwischenmenschlichen Lebensbereiche sehr einsam machen kann.

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